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Customer Experience – Begriffe, Messung, Vorgehen. Tag zwei der Stimmt Konferenz
Der zweite Tag unserer Konferenz im Hotel Ucliva galt den Themen „Performance Measuring“ und „Agile & UCD.“
Zu Beginn haben wir Definitionen für Begriffe aus der Customer Experience Domäne verglichen und eine Ordnung zwischen den Begriffen hergestellt. Der aktuelle Zwischenstand der Definitionen, sowie deren Zusammenhänge sind auf dem folgenden Foto festgehalten:

Besondere Aufmerksamkeit haben wir der «Target Experience» gewidmet. Diese steht für das anzustrebende Erlebnis an den jeweiligen Touchpoints. Um Massnahmen abzuleiten, die zur «Target Experience» führen und um diese überprüfen zu können, werden Ziele definiert, die folgenden Kriterien genügen müssen:
• Gute Ziele sind wertorientiert.
• Lösungsneutralität: Der Fokus liegt darauf, was geändert werden soll, nicht wie etwas geändert werden soll.
• Werden mehrere Ziele formuliert, sind diese entweder widerspruchsfrei oder untereinander gewichtet.
• Gute Ziele sind spezifisch genug formuliert, um umgesetzt werden zu können.
• Die Zielformulierung kann Top Down sein, die Ziele müssen aber von allen betroffenen Personen in einer Organisation mitgetragen werden.
• Die Ziele sollen realistisch sein.
• Die Umsetzung der Ziele soll in einer vorher festgelegten Zeit stattfinden.
• Gute Ziele sind messbar.
Die Messung der Zielerreichung einzelner Massnahmen ermöglicht ein allfälliges Gegensteuern und hat somit eine grosse Bedeutung. Die Aussagekraft hängt im Wesentlichen von der Güte der Messung ab, der drei Forderungen zu Grunde liegen:
• Objektivität – die Messung ist nachvollziehbar und unabhängig vom Testanwender.
• Reliabilität – wiederholte Messung liefert das gleiche Resultat.
• Validität – der Test misst, was er zu messen vorgibt.
Weitere Diskussionen werden das Bild vervollständigen und wir laden das Customer Experience Network ein, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Am Nachmittag haben wir uns mit der Softwareentwicklungsmethode Scrum auseinandergesetzt, mit der wir bereits in etlichen Projekten in Berührung kamen. Eindrücklich war die Erkenntnis, wie viel Potential die agile Herangehensweise beinhaltet.
Der Fokus liegt auf dem gemeinsamen Streben eines kompetenten Teams, ein Produkt mit möglichst grossem Nutzen zu entwickeln. Ein schlankes Vorgehen sorgt dafür, dass Ressourcen wertschöpfend eingesetzt werden. Dies kommt auch im «Agile Manifesto» zum Ausdruck:
Individuals and interactions over processes and tools
Working software over comprehensive documentation
Customer collaboration over contract negotiation
Responding to change over following a plan
Eine ausführliche Beschreibung von Scrum sprengt an dieser Stelle den Rahmen. Hier gibt es aber eine kurze Einführung.
Erwähnenswert ist die Erkenntnis, wie wichtig eine klare und kluge Rollenverteilung ist, damit Scrum seine volle Wirkungskraft entfalten kann. Das gesamte Scrum-Vorgehen sowie Punkte aus unserer Diskussion sind auf diesem Plakat abgebildet:

Als Ausgleich für die Kopfarbeit haben wir noch eine Wanderung durch die schönen Bündner Berge unternommen und genossen den hereinbrechenden Abend beim Grillieren (die Feuerstelle am Fluss können wir übrigens weiterempfehlen).

Nun freuen wir uns auf Bernhard Schindlholzer, der uns die nächsten zwei Tage unterstützen und in verschiedenen Methoden der Create-Phase anleiten wird.
Customer Experience Methodenset schärfen – Stimmt Konferenz im Hotel Ucliva
Stimmt ist im Hotel Ucliva in Waltensburg eingezogen, um eine Woche lang das Vorgehen und Methodenset für Customer Experience Projekte zu reflektieren und weiter zu entwickeln.
Das Spezielle daran ist, dass unsere Umgebung nicht nur Wohn- und Arbeitsort, sondern zugleich Studienobjekt ist. So können wir, sozusagen im Zeitraffer, an einer realen Fallstudie arbeiten, deren Teil wir selber sind.
Wir vermitteln Grundlagen bzw. frischen diese auf, wenden dieses Wissen direkt an und reflektieren anschliessend die Methoden. Davon versprechen wir uns nicht nur inhaltliche Erkenntnisse für unsere Fallstudie, sondern besonders auch auf der Meta-Ebene für unsere Methoden.
Die Ausgangslage haben wir in einer kleinen Vorstudie mittels Telefoninterviews, Fragebogen sowie Dokumentenrecherche erhoben, so dass wir uns während der Konferenz hauptsächlich auf die Auswertung und Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen konzentrieren können.
Der heutige Montag stand im Zeichen des Verstehens. Wir haben das Material aus der Vorstudie gesichtet und daraus Rückschlüsse auf die Customer Journey unserer Zielgruppen gezogen.
Exemplarisch haben wir einzelne Ereignisse in Rollenspielsituationen überführt und anschliessend gemeinsam analysiert. Daraus haben sich die Ansatzpunkte ergeben, die wir nun in den folgenden Tagen weiter verfolgen und mit Lösungsvorschlägen ausarbeiten werden.
Das für uns wichtigste Element des Tages, ist vermutlich die Reflektion über die Methoden.
Das Rollenspiel haben wir in dieser Form so noch nicht eingesetzt und wir waren selber gespannt, wie sich das «anfühlt».
Der Spass, den wir dabei hatten, haben wir mit Sicherheit als positiv empfunden. Die kritische Auseinandersetzung im Nachfeld hat einige Erkenntnisse, aber auch Fragen zu Tage gefördert.
Einige Beispiele:
- Das Rollenspiel ist sehr gut als Kommunikationsmittel geeignet. Vor allem wird durch die plastischen Schilderungen wird das Bewusstsein für gewisse Zustände geweckt.
- Das Rollenspiel bietet eine gute Möglichkeit die Interaktionen von Kunden über verschiedene Kanäle hinweg zu illustrieren.
- Die Auseinandersetzung mit den Fakten für die Erarbeitung der Szenen vermittelt einen guten Eindruck von den Personas.
- Nicht nur die Interaktion, sondern auch der Kontext, wie Ziele, Motive, Einstellungen oder Erwartungen der Akteure müssen vermittelt werden.
- Schauspieler brauchen Zeit, sich auf ihre Rollen vorzubereiten, um auf Veränderungen reagieren zu können.
- Ist das Rollenspiel zur Darstellung der Ist-Situation notwendig oder reicht eine reine Erzählung? Liegt die Stärke nicht vielmehr in der Möglichkeit des Dialogs zur iterativen Verbesserung einer Interaktion?
- Gibt es nicht eine grosse Gefahr, dass Fakten durch die Interpretation bzw. individuellen Fähigkeiten der Schauspieler verzerrt werden?
- Wie gross ist der Freiheitsgrad der Schauspieler? Braucht es einen Regisseur bzw. ein genaues Skript?
Dies sind bei Weitem noch nicht alle Punkte. Diese zeugen aber davon, dass wir reichhaltigen Stoff für weitere Diskussionen haben, an deren Ende hoffentlich ein gutes Bild von der Methode, dem Einsatzzweck und der genauen Ausführung steht.
Wir werden sicher in einem der nächsten CEN-Xchanges diese und weitere Methodendiskussionen aufgreifen, von unseren Erfahrungen und Erkenntnissen berichten und zur Diskussion stellen.
Natürlich kann die Diskussion auch bereits an dieser Stelle über die Kommentarfunktion eingeleitet werden. Wir freuen uns auf den Austausch.
Nun sind wir gespannt auf die folgenden Tage, über die wir ebenfalls auf unserem Blog tagesaktuell berichten werden.



















