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Mit Gamification zu mehr Kundenbindung – CEN-Xchange August
Was verbirgt sich hinter dem Begriff Gamification und wie helfen uns Spielmechanismen, bessere Kundenerlebnisse zu gestalten? Dieser Frage gingen die Stimmtler Patrick Keller und Lorenz Ritzmann im CEN-Xchange vom 2. August auf den Grund.
Mit der Starbucks-Kundenkarte Punkte sammeln, Levels aufsteigen und Belohnungen erhalten. Bei 4food virtuell einen Burger kreieren und ihn kurz darauf im Restaurant geniessen. Mit einer Kombination aus Nike Running Schuh und iPod eigene Erfolge messen und der riesigen Lauf-Community mitteilen. Zahlreiche Beispiele bezeugen, dass Spielmenchanismen immer häufiger die reale Welt erobern. Das neue Erfolgsrezept oder alles nur ein Hype? (Mehr dazu in dieser Präsentation)
Die Idee, Verhalten durch Spielmechanismen positiv zu beeinflussen ist nicht neu. Was Gamification seit kurzem Aufwind verleiht, sind einige technologische und soziale Veränderungen: Computerspiele sind heute weitgehend bekannt und akzeptiert, bezahlbare Technologien erlauben das Tracking von Verhalten, was per Definition einen wichtigen Teil eines Spiels ausmacht, und soziale Netzwerke erlauben das Teilen von Erfolgen mit Freunden.
Das Ziel von Gamification ist es, durch Partizipation die Beziehung zwischen Organisation, Kunden und Mitarbeitern nachhaltiger zu machen. Kennen wir die «Game Dynamics», also die Motive der Spieler, überhaupt an einem Spiel teilzunehmen, können wir mit den «Game Mechanics» das gewünschte Verhalten verstärken und Kunden so zum Kommen, Bleiben, Mitmachen, Teilen oder Weiterempfehlen anregen.
Ausgerüstet mit einer Liste dieser «Game Mechanics» haben sich die Teilnehmer gleich selbst daran gemacht, Herausforderungen zu lösen. So entstanden in nur 20 Minuten einige spannende Ideen. Das Konzept «Better Networking» wurde von den Teilnehmern zum Sieger-Konzept gewählt und die Gruppenmitglieder erhielten – ganz in Spielmanier – ein Zertifikat für ihre Leistung.
Better Networking
Herausforderung: Wie können Kundenbeziehungen besser gemanagt werden?
Konzept: In einer SIM-City-ähnlichen Simulation werden Kundenbeziehungen mit diversen Metaphern auf spielerische Weise gemanagt: Verschiedene Kundengruppen werden durch entsprechende Gebäude dargestellt. Die Grösse des Gebäudes repräsentiert z.B. das Kundenpotential. Privatkunden werden durch Einfamilienhäuser, Firmenkunden durch Bürogebäude oder Fabriken dargestellt. Der Zustand des Gebäudes hängt davon ab, wie intensiv sich um den Kunden gekümmert wurde – ist dort lange nichts passiert, werden Gebäude sogar baufällig. Ist eine Beziehung kritisch, brennt es und das «Feuer» muss gelöscht werden. Die Idee kann noch beliebig weitergesponnen werden. So könnten Reports als Tageszeitung erscheinen oder gewisse Häuser oder Gebiete von der Konkurrenz besetzt sein. Kundenberater müssen besondere Challenges meistern, wie z.B. gewisse Regionen auf Vordermann bringen, oder den Vorpsrung zur Konkurrenz ausbauen. So erhalten sie Auszeichnungen und können sogar zum «Bürgermeister des Monats» gewählt werden was Auswirkungen auf ihren Status und Bonus hat.
Sparziel erreichen
Herausforderung: Was braucht es, damit Menschen ihre Sparziele erreichen?
Konzept: Der Sparer tritt einer Spar-Community bei und erhält Achievements und Boni, z.B. in Form von höheren Zinsen oder einem Geld-Betrag, für gemeisterte Spar-Herausforderungen. Wird eine Spar-Etappe erreicht, steigt der Sparer um einen Level an und hat Zugang zu schwierigeren Herausfoderungen und grösseren Boni. Der stetige Vergleich mit anderen aus der Community motiviert zusätzlich zum Sparen.
Ideen-Management
Herausforderung: Wie können Mitarbeiter dazu angeregt werden, viele und gute Ideen einzubringen?
Konzept: Mitarbeiter, die Ideen einbringen, werden belohnt – einerseits, mit einem für alle sichtbaren Status und andererseits mit Incentives wie Ferientagen. Wird durch das Einbringen von Ideen ein höheres Levels erreicht, können nicht nur Ideen eingebracht, sondern auch bewertet werden.
Smart Meters, Smart Grids
Herausforderung: Wie können Menschen dazu angeregt werden, Strom zu sparen?
Konzept: Das Verhalten des Einzelnen wird mit der Community verglichen, um ein Bewusstsein für Stromverbrauch zu entwickeln. Verschiedene Challenges regen dazu an, das eigene Verhalten zu ändern. Als Belohnung gibt es virtuelle Trophäen, die in der Community zu grösserem Ansehen führen, sowie die Befriedigung, dass der gesparte Strom Strom-Projekten in realen Welt zugute kommt.
Und das Fazit der Teilnehmer? Kritische Stimmen fragen sich, ob Gamification als Teil eins Produktes bestehen kann, oder nur als Marketing-Gag wahrgenommen wird. Potential für Gamification sehen die Teilnehmer vor allem beim Lösen von besonders langweiligen Aufgaben, beim Gestalten von internen Prozessen, oder für Inspiration bei Brainstormings.
CX Fundstücke
This is Service Design Thinking: Mit einer interdisziplinären Sicht aufs Thema Service Design, einer umfassenden Methodensammlung und vielen Praxisbeispielen und Fallstudien ist dieses Buch eine Inspirationsquelle für alle Serviceanbieter, die kundenorientiert arbeiten wollen.
Reality is Broken: Wer wissen möchte, wie Spiele die Welt verändern und uns zu besseren Menschen machen, findet im Buch von Jane MCGonigal Antworten.
DIN-Norm: Schlechtem Kundenservice soll nun mit einer neuen DIN-Norm auf die Pelle gerückt werden: Seit diesem Monat gibt es die DIN SPEC 77224 zur „Erzielung von Kundenbegeisterung durch Service Excellence“.
Der nächste CEN-Xchange findet am 6. September zum Thema «Speed Creation» statt. Interessenten wenden sich bitte an Helmut Kazmaier.
Einfache Methode, grosse Wirkung: die Customer Journey – CEN-Xchange im Oktober
Isabel Paar und Regula Zimmermann haben von Ihrem Projekt berichtet, das Kundenerlebnis von Swisscom Kunden bei der Auswahl und Kauf von Handys für mobiles Internet zu verbessern. Danach haben wir einen Ausflug in die Social Media Welt im Kontext von Contact Centern gemacht.
«CX» Fundstücke
::Apple iPod Werbung (Karin)
Im Jahr 2006 hat Apple einen Spot lanciert, der dem Kunden einfach und verständlich erklärt, wie das Produkt «iPod» funktioniert und wo man es überall einsetzen kann – anywhere and anytime.
Und das Ganze ohne Technik Jargon und auf sehr charmante Weise: http://www.youtube.com/watch?v=-pUPsAcGndE&feature=related
::Aufzugfahren 2.0 (Martin)
Ein einfaches und bekanntes Problem wurde in London in einem Hochhaus gelöst: wenn man sich im Fahrstuhl vertippt hat, kann man durch erneutes Antippen die Wahl rückgängig machen und ein neues Stockwerk wählen. So wurde für Martin das Aufzug fahren zum guten, überraschenden Erlebnis.
::Best Buy macht seine Mitarbeitenden zu Problemlösern (Helmut)
Best Buy hat erkannt, dass die 155.000 Mitarbeitenden ein riesiges Wissenspotential darstellen und auf viele Kundenfragen vermutlich eine gute Antwort haben. Dafür gibt es nun die Twelpforce: twitter.com/twelpforce
Dort können Kunden ihre Fragen einstellen und jeder Mitarbeitende bei Best Buy hat theoretisch die Gelegenheit, diese zu beantworten. Folgender Youtube Spot visualisiert sehr schön das Prinzip: http://www.youtube.com/watch?v=25zcavXj97I
Die Customer Journey bricht Silos auf und erweitert den Horizont
Häufig werden Verbesserungen in einem spezifischen Kontext angestrebt, z.B. die Usability einer Webseite. Das ist eine gute Sache, greift aber häufig zu kurz, wenn man nicht die ganze Customer Journey oder Erlebniskette des Kunden kennt. Diese beinhaltet meistens nicht nur einen Touchpoint, zum Beispiel den, den man gerade zu optimieren anstrebt, sondern viele weitere. So informieren sich Kunden in Broschüren, im Internet, im Fernsehen oder im Laden. Kaufen können sie online oder im Laden. Es gibt also verschiedene Pfade über verschiedene Interaktionen und Touchpoints, die die Kunden durchlaufen, bevor sie zum Ziel kommen. Wie genau die Kunden von Swisscom diese Customer Journey erleben und welche Hindernisse ihnen dabei im Weg stehen, haben Isabel und Regula in den letzten 1,5 Jahren für das Mobile Internet und die entsprechenden Endgeräte untersucht. Dabei sind ihnen viele Fallstricke aufgefallen. Zum Beispiel die Webseite, auf der die Kunden die aktuellen Handy nicht gefunden haben. Oder die schlichte Tatsache, dass viele Kunden mit dem Konzept des mobilen Internet noch nicht so viel anzufangen wussten und das Marketing diesem Umstand Rechnung tragen musste. Und nicht zuletzt die Kundenberater. Selber meist iPhone Benutzer – konnten sie nicht immer kompetent über andere mobile Endgeräte Auskunft geben, aus Mangel an eigener Erfahrung. All diese Probleme wurden erkannt, weil konsequent und systematisch entlang der Erlebniskette Touchpoints und Interaktionen untersucht wurden. Nun können diese Hürden eine nach der anderen entfernt werden, so dass am Ende der Einkauf problemlos und aus einem Guss ablaufen kann und so zu einem besseren Kundenerlebnis führt.
Social Media meets Contact Center
Der Bericht vom Swiss Contact Day (siehe dazu auch unseren Blogeintrag vom 20. September) mit Schwerpunkt Social Media hat zu sehr angeregten Diskussionen geführt. Fragen nach der Wirksamkeit oder Messbarkeit von Social Media Aktivitäten auf Twitter, Facebook & Co. kamen ebenso zur Sprache, wie der Umgang mit dem verbundenen Kontrollverlust, den Unternehmen hinnehmen müssen. Wie auch auf dem Contact Day, gab es auch in unserer Runde etliche Firmen, die die ersten Gehversuche im Social Media Bereich wagen, aber noch nicht so wirklich durchgestartet sind. Die Beispiele wie telekom_hilft (twitter.com/telekom_hilft), Twelpforce (siehe Fundstück) oder die British Telecom Expertenforen, zeigen, wie Firmen diese Kanäle nutzen, um ihre Kunden besser und auf sehr direkte weise zu bedienen. Durch die schnellen Verbreitungsmechanismen in den Social Networks werden diese gelungen Interaktionen zur authentischen Werbung für das Unternehmen. Ganz nach dem Motto: Tue Gutes und mache es den anderen einfach, darüber zu reden.
Leider verging die Zeit viel zu schnell, so dass noch viele offene Punkte und viel Diskussionspotential besteht. Wir werden das Thema daher sicher in einer der kommenden CEN-Xchange Veranstaltungen wieder aufnehmen.
Weitere Veranstaltungen
Wir freuen uns auf die kommenden CEN-Xchanges, die am 1. Mittwoch im Monat stattfinden werden. Weitere Termine und das jeweilige Programm gibt es hier: http://topics.stimmt.ch/cen-xchange/
CX-Pioniere sind eingeladen, ihre Fallbeispiele, Erfahrungen oder Herausforderungen in diesem Rahmen zu präsentieren. Interessenten wenden sich bitte an Helmut Kazmaier. Der nächste Termin ist am 3. November.
Mit Design Thinking auf 150 Ideen – CEN-Xchange im September
Christoph Schmugge von der Zurich Versicherung stellte uns sein Projekt vor, bei dem durch Design Thinking 150 Ideen generiert wurden, um das Kundenerlebnis zu verbessern.
«CX» Fundstücke
::Ungewöhnliche Bestellbestätigung bei Freitag (Nico)
Meine Bekannte hat sich bei Freitag online eine Tasche bestellt. Die Bestellbestätigung, die sie erhalten hat, verpackte die notwendigen Zahlen und andere Angaben in eine witzige Story.
::Workplay als Workshop-Methode (Beat)
Beim CEN-XChange im Mai habe ich die Work Play Methode kennengelernt, bei der man wie in einem Theaterstück in die Rolle der Kunden schlüpfen kann, um Kundenerlebnisse nachzustellen. Diese habe ich jetzt in einem Workshop ausprobiert und war begeistert, wie gut das funktioniert hat.
::Entspannter online bestellen bei Nespresso (Christoph)
Beim Bestellen haben wir vergessen, die temporäre Adresse, die wir bei einer früheren Bestellung eingetragen hatten, wieder zu ändern. Die Bestellung kam natürlich nicht an und ich rief bei Nespresso an. Nespresso erkannte den Irrtum als technischen Fehler an. 2 Tage später war das Paket bei uns, mit einer bereits korrigierten Rechnungsadresse. Für das nächste Mal wurde mir sogar eine Gutschrift gegeben.
::Das iPhone der Video Kameras: minoHD von Flip video (Meik)
Eine super einfach zu bedienende Videokamera, die sehr gute Aufnahmen in HD Qualität macht und mit einem Design das ich in dem Bereich sonst eher Apple zugetraut hätte. Die Kamera zeigt, dass technisch hoch komplexe Produkte einfach zu bedienen sein können und dabei hohen Qualitätsansprüchen genügen können. Dazu sehen sie noch gut aus. Bei den Flip video Kameras ist es gelungen, sich auf die Kernfunktionalität zu fokussieren ohne dabei Abstriche in Sachen Qualität zu machen.
Link zu Webseite: www.theflip.com
::Taschen registrieren bei Knomo (Johanna)
Zum Schluss noch einmal Taschen, diesmal von Knomo. Meine Arbeitstasche hat auf einem grossen Label auf der Innenseite eine ID und eine Telefonnummer. Ich konnte die Tasche mit der ID online registrieren – falls ich sie verliere, kann der ehrliche Finder einfach bei Knomo anrufen. Interessant finde ich, dass es trotz Medienbruch (online Registrierung) und höchst unwahrscheinlichem Use Case funktioniert: Ich fühle mich mit meiner Arbeitstasche «verbunden».
Link zu Webseite: www.knomobags.com
Kundenerlebnis beim Kundendienst einer Versicherung
Jeden Monat zahlen Sie hunderte Franken an eine Pensionskasse. Um das Kundenerlebnis mit dem Kundendienst einer Versicherung ging es in der Fallstudie, die Christoph Schmugge präsentierte, Leiter Kundendienst beim Bereich Kollektivleben der Zurich Versicherung. Ziel des Projekts war es, in 3 Monaten konkrete, umsetzbare Initiativen zu identifizieren, die das Kundenerlebnis mit dem Kundendienst optimieren.
Zuerst wurde der Prozess ausgewählt, bei welchem am meisten Optimierungspotenzial besteht: Die so genannte Jahresendverarbeitung muss jeder Arbeitgeber genau dann erledigen, wenn auch in seinem Geschäft viel zu tun ist. Aus 23 Interviews zu diesem Prozess mit Kunden wurden im Anschluss 3 Personas abgeleitet – erstaunlich trennscharf, wie Christoph Schmugge betonte. Die Personas stiessen innerhalb der Organisation auf grosse Beachtung.
Mit den Ergebnissen der Interviews ging das Projektteam dann in einen anderthalbtägigen «Ideate»-Workshop, in dem mit Hilfe von Design Thinking 150 Ideen generiert wurden. Der Workshop war geprägt von dem Wechselspiel des Sich-Öffnens für kreative Ideen und der analytischen Verdichtung auf umsetzbare Initiativen: «Diese Spannung war extrem förderlich fürs Projekt. Die Ideen sind ein Riesenfundus für die nächsten 5 Jahre.», meint Christoph Schmugge.
Aus den Ideen wurden schliesslich 20 Prototypen erstellt, für die in 2 Iterationen Feedback von Kunden eingeholt wurde. Ergebnisse des Projekts sind konkrete Initiativen, von denen 5 bereits umgesetzt werden.
Nach der Projektvorstellung beantwortete Christoph Schmugge noch Fragen, die sich vor allem auf die Umsetzung bezogen: Das Messen von Veränderungen und die Reflexion nach einer gewissen Zeit sind zwei Möglichkeiten, mit denen die Umsetzung der Projektergebnisse begleitet werden sollen – denn gute Customer Experience ist vor allem eine Einstellungssache.
Weitere Veranstaltungen
Wir freuen uns auf die kommenden CEN-Xchanges, die weiterhin am 1. Mittwoch im Monat stattfinden werden. CX-Pioniere sind eingeladen, ihre Fallbeispiele, Erfahrungen oder Herausforderungen in diesem Rahmen zu präsentieren. Interessenten wenden sich bitte an Helmut Kazmaier. Der nächste Termin ist am 10. Oktober.
Customer Experience Network eXchange im Juli – Mit gutem Prozess-Design das Kundenerlebnis verbessern und Kosten senken
Nicole Knuchel hat mit ihrem Fallbeispiel von Swisscom eindrücklich gezeigt, wie man mit kundenzentriertem Prozess-Design nicht nur das Kundenerlebnis verbessern, sondern auch durch die gewonnene Effizienz Kosten sparen kann. Die nachfolgende Diskussion hat verschiedenste Herausforderungen in diesem Zusammenhang aufgebracht, von denen das Thema «Incentivierung» als besonders wichtig und herausfordernd empfunden wurde.
«CX» Fundstücke
::Die digitale Visitenkarte
In der neuen digitalen Welt der sozialen Netze mutet es beinahe als Anachronismus an, Visitenkarten aus Papier zu tauschen. Mit Poken soll der Austausch von Adressdaten vereinfacht werden. Durch Berühren der Pokens wird der Kontakt hergestellt und auf der Poken-Webseite können dann die freigegebenen Adressdaten angesehen und verwendet werden. Besonders schön ist die Timeline, die den zeitlichen Verlauf der geschlossenen Kontakte darstellt.
Link zu Webseite: www.poken.com
::Broschüre für Hörgeräte
Als Kundenbindungsmassnahme hat ein Hörgerätehändler eine kleine Broschüre entwickelt, die auf viele Fragen im Alltag von Hörgerätnutzern eine Antwort bietet bzw. auf den Service des Händlers verweist und damit Hilfe anbietet.
::Der Internet Hase
Internet ganz neu erleben kann man mit Nabaztag. Einm Gerät in Form eines stilisierten Hasen, das verschiedene Informationen aus dem Internet vorlesen kann, wie z.B. Wetterberichte, Börsennews oder beliebige RSS Feeds. Um das Hasen-Konzept wurde noch eine Menge weiterer Services entwickelt, die Interaktionen und die Verbindung von realer und virtueller Welt ermöglichen.
Link zur Webseite: www.nabaztag.com
Prozesse wie am Schnürchen
Mit einer besonderen Ausgangslage sah sich Nicole Knuchel bei Swisscom konfrontiert. Aufgrund verschiedener technischer Änderungen wurde es notwendig, den Notifikations- und Bestellprozess von verschiedenen Swisscom Produkten zu überarbeiten. Nicole hat die Gunst der Stunde genutzt und das Redesign des Prozesses aus Kundensicht in Angriff genommen. Dieser wurde in Form von Customer Journeys aufgezeigt. Mit Motivinterviews wurde über die reine Zufriedenheit mit den einzelnen Prozessschritten auf die Ausprägung der vier Grundmotive «Kontrolle», «Selbstwert», «Bindung», «Lust» der Kunden geschlossen. Mit diesen neuen Daten wurden Grundregeln abgeleitet, wie ein Bestellprozess und die damit verbundene Kommunikation idealerweise aussehen sollte. Der neue Prozess wurde in einer Prototyping-Phase mit Kunden getestet und weiter verfeinert. Das letztendliche Resultat wurde in einer Pilotphase breit getestet und hat für bemerkenswerten Erfolg gesorgt: die Anzahl Support-Anfragen hat sich drastisch reduziert. Genau deshalb ist dieses Fallbeispiel auch so eindrücklich. Durch den Fokus auf die Kunden konnte nicht nur das Prozesserlebnis verbessert, sondern gleichzeitig auch durch die Reduzierung der Supportanfragen eine deutliche Kostenreduktion erzielt werden, so dass sich das Projekt in sehr kurzer Zeit amortisieren wird.
Die anschliessende Diskussion bezüglich des Potentials von Prozessoptimierung aus Kundensicht hat eine Herausforderung ins Zentrum gestellt: Incentivierung der Prozessteilnehmer – der internen und vor allem auch der von externen Partnern. Aufgrund der intensiven Diskussion und des offensichtlichen Bedarfs, werden wir das Thema in einer der nächsten Veranstaltungen ausführlicher behandeln.
Bericht vom Customer Experience Forum 2
In einem kurzen Überblick haben wir die wichtigsten Stationen im Verlauf des Tages zusammengefasst, welche auch auf unseren «Customer Experience»-Seiten erläutert sind: http://topics.stimmt.ch/customer-experience-forum-2/
Weitere Veranstaltungen
Wir freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen, die weiterhin am 1. Mittwoch im Monat stattfinden werden. CX-Pioniere sind eingeladen ihre Fallbeispiele, Erfahrungen oder Herausforderungen in diesem Rahmen zu präsentieren. Interessenten wenden sich bitte an Helmut Kazmaier.
Multikanal Kundenerlebnis und Return on CX – CEN-Xchange 10.06
Wieder in der gewohnten Umgebung des Stimmt Büros gab es dieses Mal anhand eines Projektbeispiels einen Einblick in die Welt des Online-Banking verbunden mit der Herausforderung, einen gleichsam sicheren wie komfortablen Zugang zu gewährleisten. Zudem haben wir unsere neu gewonnen Erkenntnisse im Theaterspiel angewendet (siehe CEN-Xchange 10.05) und einen Projektausschuss für ein CX-Projekt nachgespielt. Genug Stoff also für einen Abend voller Erkenntnisse, Einsichten und Erlebnisse.
«CX» Fundstücke
::Flugticket auf dem Handy
Diese Neuerung senkt nicht nur die Kosten für die Fluggesellschaften und rettet dem einen oder anderen Baum das Leben, sie ermöglicht dem geneigten Fluggast (mit ausschliesslich Handgepäck) ein entspanntes Boarden ohne vorheriges Anstehen am Check-In.
::US Online-Hemdenschneider setzt auf intensive Kundenbetreuung
Der Online-Service www.blank-label.com ermöglicht seinen Kunden die aktive Mitgestaltung von Hemden. Das ist nicht neu, wird aber gut umgesetzt. Neu ist die Chat-Box, die sich nach 90 Sekunden automatisch öffnet und die dem Kunden tatsächlich Live-Support während des Einkaufs ermöglicht. Dieser Service fügt sich nahtlos in die konsequente Ausrichtung auf das Kundenerlebnis ein.
Wie ein frühzeitiger Test die E-Banking Kunden einer Grossbank vor einem bizarren Login-Erlebnis bewahrt hat
Im Beispiel einer Grossbank ging es darum, wie ein technisch einwandfreies Produkt beim Kunden völlig versagt und zwar auf allen Kanälen.
Diese Erkenntnis hat nicht nur die Kunden, sondern auch die Bank vor Schaden bewahrt.
Die Bank plante ein neues Login-Verfahren, das eine hohe Sicherheit versprach. Technisch gesehen war das Produkt ausgereift und funktionierte einwandfrei – sofern man es richtig bediente. Doch damit hatten die Kunden im Test so einige Mühe. Niemand konnte sich auf Anhieb einloggen. Die beigelegte Bedienungsanleitung half nur den technisch versierten Nutzern weiter. Die ebenfalls im Test simulierte Hotline konnte in diesem Fall nicht weiterhelfen, da die Probleme bei der Bedienung ohne Sichtkontakt nahezu unlösbar waren. Mit den aus dem Test gewonnen Erkenntnissen konnten die zu erwartenden Kosten durch steigenden Serviceaufwand prognostiziert werden. Neben den monetären Auswirkungen konnte man den Unmutsäusserungen der Probanden entnehmen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenso die Kundenbeziehung in Mitleidenschaft gezogen worden wäre, hätte man das System eingeführt. Schlussendlich ist das System am Kunden gescheitert und nicht umgekehrt. Eine alternative Lösung hat sich durchgesetzt, die bei den Kunden sehr viel Anklang gefunden hat. Am Ende haben Kunden und Bank profitiert.
Return on CX oder wie sag ich’s meinem Chef?
Diese Frage hören wir immer wieder. Die Leute, die sich mit dem Thema Customer Experience auseinandersetzen, sind sich in der Regel sehr schnell einig. Das Erlebnis des Kunden ist ein wichtiger Baustein für eine langfristige und gute Kundenbeziehung. Produkte und Dienstleistungen am Kunden auszurichten ist danach eine logische Folgerung. Doch die Konsequenz daraus, die Kundensicht in den entsprechenden Projekten mit den geeigneten Methoden zu berücksichtigen, wird nicht immer gezogen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig.
Es gibt also auf der einen Seite Projektmitarbeitende, die ihre Projekte nach den Kunden und deren Bedürfnissen ausrichten wollen, und auf der anderen Seite ein Management, das – häufig weit weg vom Kunden – die Dinge ausschliesslich aus der Firmenoptik betrachtet. Diese Situation haben wir mit einer Management-Gruppe und einer Projektgruppe nachgestellt, die miteinander diskutierten. Aus den zahlreich vorgetragenen Argumenten sollen vier hervorgehoben werden, die unsere Manager besonders überzeugt haben:
1. Die Chance auf Innovationen: zusätzliche Produkte und Dienstleistungen, die aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse über die Kunden entwickelt werden können.
2. Investitionsschutz und Eintrittsbarriere: Produkte und auch Dienstleistungen können heutzutage relative leicht kopiert werden. Eine konsequente Ausrichtung auf das Kundenerlebnis mittels einem System aus Produkten, Dienstleistungen sowie den weiteren Berührungspunkten mit den Kunden ist dagegen nur schwer kopierbar. Als vielzitiertes Beispiel dient Apple. Ein schlichtes Plagiat des iPhones (das es tatsächlich gibt) genügt nicht, um Apple ernsthaft in Bedrägnis zu bringen. Ein so über das Erlebnis besetzter Markt ist nur schwer von einem Konkurrenten anzugreifen.
3. Kostenersparnis: Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Fehlentwicklungen am Kunden vorbei werden verhindert. Entwicklungen können zielgerichteter erfolgen – unnötige Features werden erst gar nicht entwickelt. Kunden werden bereits in der Entwicklung berücksichtigt – daraus resultiert eine höhere Akzeptanz sowie geringere Support-Kosten.
4. Kundenloyalität und Weiterempfehlung: Wenn es ein Unternehmen schafft, seine Kunden nachhaltig zu begeistern und eine tiefere Bindung aufzubauen, da es Bedürfnisse und Motivatoren besser versteht, werden die Kunden es eher weiter empfehlen und eine grössere Loyalität empfinden.
Von Management-Seite wurde quantifizierter Mehrwert gefordert, um eine Abwägung von Aufwand und Nutzen zu ermöglichen. Dieser Wunsch ist verständlich, konnte aber in dieser Simulation aufgrund fehlender Informationen über unser fiktives Unternehmen und der kürze der Zeit nicht geliefert werden.
Dieser Beitrag soll mit dem Zitat eines Teilnehmers enden, der erklärt hat: «Ich habe mich für die Gruppe der Chefs entschieden, weil ich verstehen wollte, warum man sich gegen Kundenzentrierung sperren könnte. Es ist mir nicht gelungen.»
CEN-Xchange 10.03 – ein volles Haus mit Freude und Dynamik für Customer Experience
Ein Dutzend Customer Experience Pioniere haben den Weg zu uns gefunden, um ihre Leidenschaft für Customer Experience zu teilen. Spannende Geschichten aus der Welt des Automobils, sowie ein Blick aus der Vogelperspektive auf das Thema Customer Experience gaben genug Stoff für angeregte Diskussionen und Inspiration.
«CX Fundstücke»
::Comparis Infofilme
Kurze Filme, die leicht verständlich Themen näher bringen, die sonst oft sperrig und wenig ansprechend auf Webseiten mit viel Text erklärt werden:
http://www.comparis.ch/banken/vorsorge/saeule3avideo.aspx
::Buchtipp: Making Meaning von Steve Diller, Nathan Shedroff, und Darrel Rhea
Google Books Link: http://books.google.com/books?id=iqxnjlqBiJUC&dq=making+meaning&source=gbs_navlinks_s
::FAZ-Artikel: Die Politik des iPad von Frank Schirmacher
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E4C9B52F05C0C4D6AA6E031D952812B10~ATpl~Ecommon~Scontent.html http://al3x.net
::Buchtipp: Six Thinking Heads von Edward de Bono
Google Books Link: http://books.google.com/books?id=gCBfPgAACAAJ&dq=six+thinking+hats&ei=4muPS6CcJqLAzQS47cSRBw&cd=1
::Gutes Kundenerlebnis bei Migros
Migros reagiert auf eine Reklamation mit einem freundlichen Brief, in dem sie sich für die entstandenen Umstände entschuldigen und schicken ebenfalls einen Einkaufsgutschein als Wiedergutmachung mit und hinterlassen damit eine positive Erinnerung bei einem eigentlich negativem Vorfall.
::Blog-Tipp: CRM-Guru von David Cowgill
http://www.crm-guru.com/
::Video-Tipp – TED Talk von Thulasiraj Ravilla: How low-cost eye care can be world-class
http://www.ted.com/talks/lang/eng/thulasiraj_ravilla_how_low_cost_eye_care_can_be_world_class.html
::Video-Tipp – TED Talk von Daniel Kahnemann: The riddle of experience vs. memory
http://www.ted.com/talks/lang/eng/daniel_kahneman_the_riddle_of_experience_vs_memory.html
«Freude» und «Dynamik» spürbar bei einer Autofinanzierung?
Schnelle und dynamische Autos, die Freude am Fahren versprechen sind das Eine. Dieses Gefühl in die Dienstleistung einer Autofinanzierung zu übertragen das Andere. Vor dieser Herausforderung steht Simone Ruscheweyh, Leiterin Marketing von BMW-Finanzdienstleistungen Schweiz.
Ihr Ziel ist, den einzelnen Mitarbeitenden zum Botschafter der Marke zu machen, was zunächst einmal ein Verständnis der selben voraussetzt. Dies ist ein erster Ansatzpunkt, der unter anderem zu internen Workshops und Schulungen geführt hat. Dort flossen auch die Selbsterfahrung der eigenen Dienstleistungen, z.B. durch Anrufe im Call-Center in München ein, die das Bewusstsein für das Kundenerlebnis geschärft haben.
Ein wichtiger Baustein, um dieses Bewusstsein zu vertiefen, sind die sogenannten Learning Lunches. Dort werden Erlebnisse aus den verschiedensten Bereichen ausgetauscht, um so ein runderes Bild zu bekommen, wie das Unternehmen funktioniert und wie Kundeninteraktionen stattfinden. Das Verständnis für Zusammenspiel der verschiedenen Abteilungen und Prozesse alleine bewirkt schon viel. Die Mitarbeitenden reagieren sensibler, können Soll- und Ist-Erlebnis besser vergleichen und übernehmen Verantwortung und zeigen Initiative.
In einem Pilotprojekt in Italien wurde in einem strukturierten Prozess die Kundenerlebniskette auf die wichtigsten Service Attribute wie Geschwindigkeit oder Zuverlässigkeit hin analysiert. An den entscheidenden «Moments of Truth» wurden Massnahmen definiert, um das Kundenerlebnis zu verbessern. So wurde z.B. bereits weit vor Auslaufen des Leasingvertrages mit dem Kunden Kontakt aufgenommen, um die vorhandenen Optionen zu besprechen. Ein Umstand geschuldet einem hohen Sicherheitsbedürfnis, das zuvor nicht adäquat abgedeckt wurde. Insgesamt konnte nach der Einführung der Massnahmen eine höhere Kundenzufriedenheit wie auch Mitarbeiterzufriedenheit in Befragungen festgestellt werden.
Als Fazit kann man sagen, dass Verständnis – und zwar der Kunden wie auch der eigenen Werte – eine wichtige Basis bilden, um ein gutes Kundenerlebnis zu ermöglichen. Die Umsetzung obliegt dabei den einzelnen Mitarbeitenden.
Gemeinsam mehr erfahren
Im zweiten Teil haben wir unser Projekt Knowing & Doing Customer Experience vorgestellt, das zum Ziel hat, Customer Experience Themen weiter zu treiben und ein solides Fundament zu schaffen.
Ausgehend von den 10 Büchern, die wir im Januar gelesen haben, haben wir eine Auslegeordnung von Customer Experience nahen und relevanten Themen erstellt, die wir im Verlauf des Jahres mit Pionieren aus dem Customer Experience Network diskutieren und vertiefen wollen. Die daraus gewonnen Erkenntnisse werden wieder in die Community zurückfliessen.
Verfolgen lässt sich der aktuelle Stand hier: http://topics.stimmt.ch/knodocx
Als Anknüpfungspunkt zum vorangegangenen CEN-Xchange haben wir zum Ausklang des Abends die Hotel Seefeld Bar besucht, um die Erzählungen durch eigene Erfahrungen zu komplettieren.
Natürlich ist nach dem CEN-Xchange auch schon wieder vor dem CEN-Xchange. Der nächste Termin ist der 7. April.




















